Bist du glücklich?

Bist du glücklich?

Ja, ich weiß es war lange ruhig hier. Sehr lange. Zu lange?

Ich weiss es nicht. Aber jetzt habe ich das Gefühl ich habe so wahnsinnig viel zu sagen, dass ich überhaupt keine Ahnung habe wo ich anfangen soll. Also mache ich es so, wie ich es meistens mache. Ich beginne einfach mittendrin.

Es ist der 23.09.2018, 20:31.

Es ist Sonntag Abend und ich sitze alleine zuhause. Ich habe, nachdem ich mich um elf heute morgen aus dem Bett gequält habe, fast den ganzen Tag „The Bold Type“ geschaut. Ich bin eigentlich kein Serienfan, aber diese Serie hat es mir angetan und ist wahrscheinlich auch der Grund warum ich heute wieder schreibe. Wenn eine Serie uns inspiriert, finde ich hat sie schon vieles richtig gemacht.

Ich bin nämlich seit zwei Wochen wieder in einer ziemlich beschissenen Depressionsphase. Ich fühle mich schwer, habe zu nichts mehr Lust und bin überhaupt nicht motiviert und schon gar nicht selbstbewusst.

Und genau in dieser Zeit werde ich „gesund“ geschrieben. Ich starte also wieder ins Berufsleben, laut Ärztin des Gesundheitsamtes ohne körperliche Einschränkungen und ohne jegliche Einschränkungen was die Branche betrifft. Also ich möchte nicht schwarz malen, aber ob das gut geht weiss ich nicht.

Denn allein die Vorstellung löst bei mir jetzt schon Angst und Panik aus. Ich schlafe wieder schlechter, ich hab wieder Schweissausbrüche und so weiter.

Ich war wirklich auf einem guten Weg und fühlte mich bereit langsam wieder ins Berufsleben zu starten, aber der Vorschlaghammer, der mir jetzt ins Gesicht geklatscht wird ist kontraproduktiv.

Jetzt warte ich auf meinen Termin bei der Reha-Beratung.

Ich hoffe ich bin an dem Tag des Termines einigermaßen stark und kann versuchen meine Belange vorbringen.

Viele werden sich jetzt denken, sag doch einfach was du willst, aber das ist für mich nicht einfach.

Es fühlt sich an als würde ich zur Schlachtbank gehen.

Aber wenn mich meine Krankheitsphase eins gelehrt hat, dann das es sich lohnt für das zu kämpfen was man will und das ich nie wieder zurück möchte in meinen alten Beruf und zu meinen alten „Freunden“!

Nur wenn man sich gerade so klein fühlt ist es nicht so leicht beim Amt für sich einzustehen, denn in unserem tollen System, sitzen diese Damen und Herren am längeren Hebel.

Aber eins dürfen wir nicht vergessen und das sage ich mir auch selbst immer wieder, niemand ist besser bzw elitärer als man selbst.

Wir sind alle Menschen, durch unsere Venen fließt Blut, wir haben alle Macken und Schwächen. Und selbst der höchste Chef oder reichste Pinkel kocht auch nur mit Wasser und hängt beim scheissen über der Kloschüssel.

Upsi, war das jemanden jetzt zu direkt?

Gut, denn dann habe ich es ja genau richtig formuliert.

Ich habe diese egoistische, geldgeile und oberflächliche Gesellschaft nämlich satt!!!

Ich weiss ich kann mit meinem Artikel nicht die Welt verändern, aber vielleicht ein paar Menschen zum Nachdenken anregen und ich kann in meinem Umfeld dafür sorgen, dass ich die Menschen an meiner Seite habe, die ich dort haben möchte.

Menschen mit Herz.

Menschen, die für ein Miteinander sind.

Menschen, denen gemeinsame Zeit wichtiger ist als Geld.

Menschen, die noch Lust haben diese Gesellschaft ein bisschen schöner zu machen.

Menschen, die sich von dieser kapitalistischen Maschinerie nicht ersticken lassen!

Ich weiß, dass man damit aneckt aber das ist mir egal.

Überall wo ich hinkomme, polarisiere ich.

Die Menschen reden über mich.

Ich sehe komisch aus.

Sie halten mich für dumm.

Sie halten mich für naiv.

Und natürlich halten sie mich für geistesgestört, weil ich Depressionen habe.

Arme unaufgeklärte Welt.

Eins habe ich aber gelernt, ich kann es nicht ändern. Ich könnte mich noch so bemühen allen zu gefallen und würde es nicht schaffen.

Aber wisst Ihr was?

Ich will es auch gar nicht mehr!

Ich möchte nicht mehr jedem gefallen. Ich beschäftige mich mit den Menschen, die mich wertschätzen, für den ganzen Rest ist mir meine Energie zu schade.

So kam es auch dazu, dass ich anfang dieser Woche und auch schon letzte Woche richtig Stress mit der Familie hatte.

Sie verstehen mich einfach nicht, sie akzeptieren meine Krankheit und meine Haltung nicht.

Sie sind so respektlos und schieben mir für ihr Fehlverhalten noch die Schuld in die Schuhe.

Selbstreflektion?

Fehlanzeige.

Und so sind eben viele Menschen, leider zu viele, in unserer Gesellschaft.

Mit sich nicht im Reinem und lassen es dann woanders raus.

Deshalb hab ich im Moment auch null Kontakt zur Familie und bin für meine Familie auch nicht zu erreichen.

Ich habe so oft versucht es ihnen klar zu machen, sie verstehen es einfach nicht!

Sie haben null Empathie.

Und so hart es ist und ja es ist Familie, aber wenn Familie einem nur schadet, dann darf man sich auch davon lösen.

Es ist nicht leicht und ich lerne es noch, aber es ist für mich der richtige Weg.

Einzige Ausnahme ist mein Bruder. Mit dem verstehe ich mich super.

Wow, ganz schönviel auf einmal. Aber wie ich immer sage, wenn es läuft dann läufts.

Also zumindest schreibtechnisch. Der Rest ist ja wir Ihr sehen könnt gerade ziemlich chaotisch.

Heute wäre ein „Mini Klassentreffen“ gewesen. Das musste ich auch absagen und zum ersten Mal haben zwei meiner alten Mitschüler glaube ich überhaupt richtig begriffen was mit mir los ist. Es gab nämlich Mail Austausch und der war wirklich sehr respektvoll und hat mich gefreut.

Nun ja, ich glaube das war jetzt erstmal genug Life Update, aber ich dachte mir ich schenke Euch mal wieder einen Einblick.

Ich hatte in letzter Zeit auch viele Gespräche mit Menschen denen es ähnlich geht wie mir. Manchmal konnte ich sie aufbauen, ein anderes Mal hatten aber auch sie wertvolle Worte für mich. Und so weiss ich, dass es nach wie vor der richtige Weg ist offen mit allen umzugehen!

Jedem Widerstand zum Trotz!

Es lohnt sich für sich, sein Leben und seine Träume zu kämpfen!

Es lohnt sich, sich auf den Weg zu machen, sei er auch noch so steinig, wenn am Ende das Glück auf Euch wartet.

Und glaubt mir auch wenn Ihr gerade an einem Punkt steckt an dem Ihr glaubt es geht nicht weiter, verzweifelt nicht!

Man darf sich schwach fühlen, man darf dem Körper und der Seele eine Auszeit gönnen und manchmal muss man es auch.

Dabei ist es egal was die Gesellschaft darüber denkt.

Nehmt Euch die Ruhe und horcht in Euch hinein.

Sucht nach Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Was will ICH?

Wer will ICH sein?

Welche Träume habe ICH?

Was möchte ICH NICHT mehr in meinem Leben haben?

Und die wichtigste Frage von allen:

Bin ICH glücklich?

Denn um nichts anderes geht es.

Das ist auch nicht egoistisch, sich um sich selbst zu kümmern, sondern einzig und allein Selbstliebe.

Denn Ihr habt nur dieses eine Leben und dass soll so sein, wie IHR es Euch wünscht.

Also wenn Ihr nicht eh schon auf dem Weg seid, dann macht Euch jetzt auf den Weg.

Über Stock und Stein, durch dunkle Täler rauf auf den höchsten Berg.

Und das Einzige was Euch begleiten sollte auf diesem Wege ist die Frage:

Bin ich glücklich?

Alles Liebe

Eure Silke

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